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MOLEcafé

VielSaitige Klänge zwischen Berg und See

#05 2011 / Sonia May

Sommerakademie für Violine, Klavier und Komposition in Lans

Von 17. bis 24. Juli 2011  findet zum ersten Mal die internationale Sommerakademie für klassische Musik in Lans statt. Junge, aufgeschlossene PianistInnen, GeigerInnen und KomponistInnen finden hier die Gelegenheit sich ihrer kreativen Entfaltung eine Woche lang intensiv zu widmen. Der Schwerpunkt dabei liegt auf dem künstlerischen Austausch in einem naturnahen, ruhigen und informellen Umfeld. Neben den Meisterklassen, in denen sowohl Bekanntes vertieft als auch die Erweiterung des eigenen Repertoires ermöglicht wird, umfasst die Akademie ein Dozentenkonzert sowie zwei Abschlusskonzerte mit den jungen MusikerInnen.
Die Akademie lockt mit einem Trio von ReferentInnen, die facettenreiche Erfahrungen mitbringen: Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Ivana Pristašová und Gottlieb Wallisch geht zurück auf ein Konzert im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach 2008, wo die beiden ein Werk des Komponisten Sebastian Themessl zur Uraufführung brachten. Das mögliche Kursrepertoire umfasst daher Klänge vom Barock bis heute.
Die Violinistin Ivana Pristašová absolvierte ihr Violinstudium am Konservatorium in Bratislava sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Neben ihrer Tätigkeit als Solistin und Kammermusikerin im Bereich der klassischen Musik setzt sie sich intensiv mit zeitgenössischer Musik auseinander und brachte zahlreiche Werke zur Uraufführung. Seit 2007 leitet Ivana Pristašová eine Violinklasse am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck.
Der aus Wien stammende Pianist Gottlieb Wallisch gilt als einer der führenden österreichischen Pianisten seiner Generation und gastiert als Spezialist für die Musik der Wiener Klassik in den wichtigen Konzertsälen der Welt. Seit 2010 ist er Professor für Klavier an der Haute École de Musique de Genève. Der Komponist Sebastian Themessl unterrichtet seit 2009 am Tiroler Landeskonservatorium. Im Auftrag u.a. der Zürcher Streichersolisten, des Österreichischen Kulturinstituts Berlin, des Italien-Zentrums, des Forums Austriaco di Cultura a Roma, der Klangspuren Schwaz und des Europäischen Forums Alpbach entstanden etliche Kompositionen.
Ein Projekt erstmals ins Leben zu rufen, bedeutet, ein Experiment zu starten: Das Landeskonservatorium stellt die Klaviere bereit, der Gasthof Isserwirt, in dem die Studierenden auch untergebracht werden, stellt die Räumlichkeiten für die Konzerte zur Verfügung. Die Rahmenbedingungen der Sommerakademie könnten gewissermaßen schon als experimentell gedeutet werden, und dass sich Cosmopolis und ländliche Umgebung nicht ausschließen, zeigen andere Akademien und Kunstfestivals in der Peripherie Österreichs. Man denke an Literatur im Nebel, Festival der Regionen, entlegene Spielorte der Styriarte oder das Kammermusikfest Lockenhaus u.v.a.m.
Die Sommerakademie in Lans schreibt sich in die Tradition von Internationalität in der Peripherie ein, und es gilt zu hoffen, dass viele junge MusikerInnen den künstlerischen Austausch im sonnigen Mittelgebirge dazu nutzen, ihre Inspiration und ihr Kunstschaffen anzuregen und auszubauen.