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MOLEcafé

nachgehört bei: BENSH

#07 2012 / Evelin Stark

BENSH steht Frage und Antwort

Die Band Bensh, das sind die Tiroler Benjamin 'Bensh' Zsolt-Zombori und Sevo Zombori und der Waliser Sion Trefor, ist derzeit so ungefähr das, was man im musikjournalistischen Jargon etwa als 'aufstrebend' oder 'Newcomer' bezeichnen könnte. New ist hier freilich Definitionssache. Aber den Status 'Geheimtipp' haben die Jungs wohl schon abgelegt. 'Durchstarter' wäre hier vielleicht auch ein passendes Schlagwort. Denn das Debutalbum CLUES wird allerorts gelobt, und derzeit wird an einer USA-Tour und neuen Songs gearbeitet. „Sounds good“, kann man da nur sagen. (Und „looks good“ obendrein, denn alle drei sind richtige 'Hingucker')

Geographische und künstlerische Wurzeln:
Tirol, Wales, Wien, England, Island, Japan, Deutschland, other places, Indie, Noise, Pop, Powerpop, Classical music stuff, Beatles, The Velvet Underground, Björk, Tom Waits, never stays the same.

Wie stellst du dich selber vor, wenn jemand danach fragt, wer du bist, was du machst?
Bensh: Ich bin Musiker. Die nächste Frage – ‚und was machst du so für Musik?’ beantworte ich momentan mit: ‚Indie-Noise-Synth-Pop.’

Wie bist du dazu gekommen, das zu machen, was du heute machst?
Sevo: Einer meiner Brüder, Benedikt, kaufte sich als ich elf Jahre alt war einen E-Bass. Da dieser nur in der Ecke stand und begann Staub anzusetzen und Bensh, der damals schon die ersten Nummern auf der Gitarre spielte, das Bedürfnis hatte, etwas gemeinsam zu spielen, fragte er mich einfach, und so kam eins zum anderen. Klavier, Gitarre, dann das erste Homerecordingset, Synthesizer usw.

Gibt es Vorbilder, die dich beeinflusst haben? Inwiefern ist dieser Einfluss spürbar?
Sion: I do have role models, but more in terms of attitude rather than musical influence - I find other people's enthusiasm very infectious. Otherwise I find that the music and the creative goal is usually its own drive and ambition-generator!

Wie arbeitest du? Wie würdest du jemandem deinen Schaffensprozess schildern?
Sevo: Es ist ein bisschen wie mit dem Huhn und dem Ei. Ob es zuerst die Melodie ist die einen Text trägt, oder ein Text ensteht der nach einer bestimmten Melodie verlangt, lässt sich nicht immer zweifelsfrei feststellen.

Was war für dich der bisherige Höhepunkt deiner Karriere, was der bewegendste Moment in deiner bisherigen Laufbahn?
Bensh: Aus dem vergangen Jahr - in dem unser Debutalbum ‚Clues’ erschienen ist - gibt es viele Highlights. Unsere Auftritte in New York und Toronto gehören in jedem Fall dazu. Und es ist jedes mal unglaublich, Leute auf Konzerten mitsingen zu sehen und zu hören. Das passiert zum Beispiel immer wieder bei ‚Sweet Repeater’. It’s the best fucking feeling.

Was magst du am meisten an deiner Tätigkeit, was am wenigsten?
Sevo: Am wenigsten ist leicht beantwortet: Equipment schleppen! Der ganze Rest ist einfach das was ich machen will.

Was macht für dich einen Künstler überhaupt aus?
Sion: Really tough question. Devotion perhaps. I think anyone who really has an answer for that question is either an idiot or a god! Just realise I gave an answer... What an idiot...

Hast du auch versucht, in andere Kunstrichtungen einzutauchen?
Sevo: Das Schreiben hat ja beinahe ein geschwisterliches Verhältnis mit der Musik, daher muss man es eigentlich nicht separat Erwähnen. Aber ja, dies ist definitiv eine Kunstrichtung der ich mich verschrieben fühle.

Warum lebst du (nicht mehr) in Tirol? Kannst du dir vorstellen, irgendwann nicht mehr oder wieder in Tirol zu sein? Warum?
Bensh: Während fast acht Jahren im Ausland hat sich die Frage ob ich wieder zurück nach Tirol ziehen werde eigentlich nie wirklich gestellt. Ich bin immer gerne für einige Tage in Innsbruck, und dann zieht’s mich unweigerlich weiter. Who knows what the future will bring.

Was werden die nächsten 365 Tage wahrscheinlich für dich bringen, was sicher nicht?
Bensh: Armageddon wird ausbleiben, vermute ich mal stark. Wäre auch Schade. Jetzt im Frühling steht erstmal der nächste Trip in die USA an, wir spielen am SXSW Festival in Texas, im Mai gibt’s die erste UK-Tour mit Terminen in England, Schottland und Wales. Das Jahr wird neue Musik bringen, vielleicht sogar schon ein neues Album, viele Reisen, ein wachsendes Publikum auf der ganzen Welt... Yes!