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MOLEcafé

Der Ton macht die Musik

#07 2012 / Evelin Stark

Martin Kafka macht aus Ton Möbel. Nein, er ist nicht Töpfer. Sein Baustoff ist Holz, die Essenz ist die Musik.

Der Duft nach Holz, alte Ausstellungsplakate an den Wänden. Musikwiedergabeequipment, wo man nur hinsieht – das ist der erste Eindruck, den man bekommt, wenn man in Martin Kafkas Tonmöbelstudio – nennen wir es mal den Klangraum – in Zams kommt. Beim zweiten Hinsehen merkt man, dass sie an allen Ecken und Enden dastehen: die Tonmöbel, liebevoll verarbeitet, aus den verschiedensten Holzarten, in allen möglichen Formen und Größen. Man fühlt sich gleich wohl in dieser Welt des Tons.

Soweit der erste und auch der zweite Eindruck. Doch wie kommt denn nun aus den Möbeln der gute Ton? Kernstück und Ausgangspunkt des Ganzen ist der Lautsprecher, der in feinster Kleinarbeit in ein eigens konzipiertes Gehäuse kommt: „Das Gehäuse ist Teil der Wiedergabe, erst die spezielle Schallführung innen macht den richtigen Sound aus“, erklärt Kafka.  Und diese Schallführung hat der Musikliebhaber seit seinem Start als Tonmöbelbauer im Jahre 1989 entwickelt und perfektioniert. Nach seinen Anfängen mit Fertigbausätzen ging er bald über zu Eigenkonstruktionen mit Spanplatten, doch mit der Zeit wurde immer klarer, dass Massivholz mehr Resonanzen bietet und somit geeigneter für den Tonmöbelbau ist. Anders als bei handelsüblichen Boxen, wo mehrere Lautsprecher verwendet werden, ist in Kafkas Tonmöbeln nur je ein Lautsprecher verpackt. Dies schlägt sich in der Räumlichkeit des Klangs nieder, so der Mann mit dem Sinn für gute Töne: „Wenn die Musik aus einem Lautsprecher statt aus mehreren Lautsprechern kommt, muss sich das Gehirn nicht die verschiedenen Soundebenen zusammenbauen, es wird von Anfang an alles richtig und eben räumlich gehört.“ Da ein Lautsprecher allein keinen Bass erzeugen kann, wird dieser mit Luftkomprimierung durch das Holzgehäuse erzeugt, eine weitere Besonderheit der Tonmöbel. Gedämpft wird das Ganze mit Wolle von Zammer Schafen. Obendrein sieht das Ganze auch noch schick und elegant aus. Die Naturbelassenheit und Schlichtheit der Holzgehäuse strahlt neben dem gutem Ton auch Gemütlichkeit aus. Auch die Hi-Fi-Racks aus Kafkas Programm vereinen Optik und Funktionalität „Ein Plattenspieler klingt am besten, wenn er auf Holz steht“, so der Experte. Mittlerweile arbeitet Martin Kafka mit verschiedenen internationalen Firmen zusammen und hat sich einen Namen in der Hi-Fi-Welt gemacht. MusikerInnen aus aller Welt waren schon in seinem Klangraum und sind begeistert von seinem Werk.

Er hat seine Leidenschaft zur Musik und sein tüftlerisches Talent in seinem Beruf vereint. Klingt doch gut, oder?