Medium für kulturelle Nahversorgung Tirol
MOLEcafé

Kultur vor Ort

tki glosse

Für die Lebensqualität einer Gemeinde und für deren wirtschaftliche Entwicklung ist Kultur unverzichtbar. „Kultur leistet einen wesentlichen und direkten Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft in Bezug auf Einkommen und Beschäftigung. Sie fördert zugleich maßgeblich das soziale Klima sowie die Entwicklung und Pflege des sozialen Kapitals“, schreibt die EU-Kommission in einer Untersuchung. „Kultur wird eine wesentliche Rolle bei Versuchen zugeschrieben, hochqualifizierte    Mitarbeiter anzuziehen und dauerhaft zu beschäftigen.“
Ein vielfältiges kulturelles Angebot mit professionellen Programmen und Kulturarbeit von Laien kennzeichnet eine Region als weltoffen. Das zieht Menschen an, insbesondere jüngere, für die Kultur ein wichtiger Aspekt ihrer persönlichen  Lebensgestaltung ist. Kultur schafft also einen vielfachen Nutzen, denn die BürgerInnen engagieren sich intensiv für kulturelle Belange. Nirgendwo sonst werden so viele freiwillige Arbeitsstunden wie im Kulturbereich erbracht: Unglaubliche 1,8 Millionen Arbeitsstunden pro Woche österreichweit, so der Freiwilligenbericht des Sozialministeriums. Die Gemeinden tun aus diesen Gründen gut daran, ihre BürgerInnen bei der Kulturarbeit zu unterstützen.
Doch wie? Für viele Gemeinden ist die Kultur ein neues Feld, vielfach fehlt es an professionellen Zugängen. Doch so schwer ist das nicht, zunächst geht es um eine positive Grundhaltung:

– Die Gemeinde erklärt sich für die Förderung von Kultur zuständig, es gibt eine Ansprechpartnerin/einen Ansprechpartner für KünstlerInnen und Kulturschaffende.
– Die Gemeinde unterstützt Initiativen aus der Bevölkerung und veranstaltet nicht selbst.
– Die Gemeinde berichtet über Veranstaltungen und über ihre Kulturausgaben.

Wichtig sind weiters eine intakte Gesprächskultur zwischen der Gemeinde und den Kulturschaffenden sowie eine professionelle Behandlung von Förderansuchen. Oft ist die Unterstützung der Kulturschaffenden mit Sachleistungen eine entscheidende Hilfe (Räume, Material, Personal, ...).
Die inhaltliche Autonomie der Kulturschaffenden und Initiativen muss respektiert werden. Dass sie in kulturpolitische Entscheidungen der Gemeinde eingebunden bzw. dafür konsultiert werden, ist für beide Seiten von Nutzen.

Juliane Alton
Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg