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MOLEcafé

galerie oans – das „lebende Schaufenster“

„Es gab keinen Ort in Innsbruck, in dem ich meine Arbeiten ausstellen konnte“, und: „Aber es gibt so viele Leute mit Potential in dieser Stadt.“

Diese Tatsachen und jede Menge Ideen haben zwei junge Kulturschaffende in Innsbruck motiviert, das umzusetzen, was sie heute das „lebende Schaufenster“ nennen. Im November 2010 entschieden sich die Brüder Clemens und Oliver Bartenbach den recht desolaten Raum eines ehemaliges Cafés am Beginn der Andreas-Hofer-Straße zu kaufen. Sie renovierten in Eigenregie und eröffneten am 7. Februar 2011 ihre eigene Galerie. Der stilvolle weiße Würfel ist zur Geschäftsstraße hin durch ein großes Schaufenster einsehbar, PassantInnen stoßen unvermutet darauf und werden durch die einfache, aber ausgeklügelte Lichtführung angezogen.
Was man in diesem Schaufenster zu sehen bekommt, wechselt oft. Alle vier bis sechs Wochen sind neue Werke junger MalerInnen, FotografInnen oder Streetartists ausgestellt. Auch Mode, Architektur und Videokunst sollen in zukünftigen Ausstellungen Thema werden. Genregrenzen und gegenseitige Berührungsängste gibt es kaum. Die KünstlerInnen bekommen eine Plattform und ihre Werke stehen zum Verkauf. Die Grundintention der galerie oans war und ist, komplett autark und unabhängig zu sein, auf öffentliche Gelder war die Galerie bis dato nicht angewiesen.
Clemens ist hauptberuflich Fotograf mit Meisterbrief, hat ein abgeschlossenes Studium in Grafikdesign, ein gerade angefangenes in Kunstgeschichte und beschäftigt sich in seinen freien Projekten mit Fotografie, Graffiti und Kalligrafie. Er ist sicher nicht der typische Galerist, dem es um eine inhaltliche, „szenische“ oder wirtschaftliche Positionierung geht. Umso ungezwungener ist sein Zugang. Wenn es für ihn und Oliver bis jetzt ausreichend war, den PassantInnen und BesucherInnen Einblick in das Werk verschiedenster junger KünstlerInnen zu geben, die in anderen Institutionen und marktbedingt nicht wahrgenommen werden, so ist für die Zukunft doch geplant, auch mit kleineren Veranstaltungen, Konzerten und Präsentationen aktiv zu werden.
Die Andreas-Hofer-Straße ist in Wilten und Wilten steht auf der Stadtentwicklungsagenda der Stadt Innsbruck recht weit oben. Die kleine Galerie entstand nicht deswegen, nicht trotzdem, sondern sie entstand aus einer Leidenschaft zum Gestalten. Mitte Oktober eröffnet die nächste Ausstellung.