Medium für kulturelle Nahversorgung Tirol
MOLEcafé

Sascha Rathey

#11 2013 / Magdalena Dreschke

Kickstart und BOOMBOX für die klassische Musik.

Gemeinsam Musik erleben, einer musikalischen Geschichte lauschen und in die Welt der symphonischen Klänge eintauchen. Sascha Rathey ist Flötistin und Leiterin der Musikvermittlungsschiene des Jungen Tiroler Symphonieorchesters. Mit der Einführung neuer Workshops und Konzertformate möchte sie klassische Musik einem breiten Publikum näherbringen.
Sascha Rathey ist vor vier Jahren mit ihrer Querflöte nach Innsbruck gekommen. Nach einem erfolgreichen Probejahr wurde sie als zweite Flöte/Piccolo Mitglied des Tiroler Symphonieorchesters. Seit 2009 spielt sie an der Seite von Bläsern und Streichern ein abwechslungsreiches Repertoire. Neben ihrer Position als zweite Flöte ist die junge Musikerin für die Musikvermittlung des Jungen Tiroler Symphonieorchesters zuständig. 2009 übernimmt sie die Schiene kids4music, die sie 2011 als Erweiterung mit dem Format des Jungen TSOI fortführt. Mit neuen Ideen der Konzertpädagogik will Sascha Rathey die Begeisterung für klassische Musik wecken. „Die interaktiven Projekte sollen ein unterschiedliches Erleben von Musik möglich machen und damit Interesse am Grundverständnis für klassische Musik wecken.“ Das Programm umfasst Mitmach-, Sitzkissen- und Familienkonzerte. In Workshops lernen Kinder und Jugendliche die Geschichten der KomponistInnen, das Orchester und die Arbeit der OrchestermusikerInnen kennen. „Ziel ist es, ein Angebot für alle Altersgruppen zu schaffen. Wir möchten die Barrieren öffnen und den Zugang mit neuen Formaten erleichtern.“
In der Vermittlungsarbeit des Jungen TSOI experimentiert Sascha Rathey mit Hör- und Sehgewohnheiten und bereitet diese in neuen Räumen auf. So zum Beispiel im Jahr 2012: Gemeinsam mit MC Textor inszenierte sie das Sonderkonzert KICKSTART MEIN HIRN BOOMBOX MEIN HERZ, ein Improvisationskonzert, das ein klassisches Stück mit der sprachlichen Virtuosität des Hip-Hoppers vereint. Auch in der Veranstaltungsreihe Klassik.Lounge lässt sie dem elitären Charakter der klassischen Musik in den Räumen der Kulturbackstube freien Lauf. Rathey lädt MusikerInnen und ein buntes Publikum zu einer Begegnung an einem neuen Ort
ein, fernab von Abendgarderobe und Pausensmalltalk. All das soll dabei helfen, der klassischen Musik ein neues Publikum zu erschließen. Mit der noch offenstehenden Realisierung des Hauses der Musik hofft die Kulturinstitution auf die Nutzungsmöglichkeit weiterer Räumlichkeiten. „Ein Schritt, der dringend notwendig ist“, wie Rathey meint. Dieser würde dem Orchester ein zeitgemäßes Probeumfeld ermöglichen. Bis auf Weiteres bleibt die Erschließung neuer Räumlichkeiten jedoch unklar.