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Experimentelle Bilderflut und autopoetische Schönheit

Der Künstler Herwig Weiser lässt seine Skulpturen sich selbst entwickeln und stellt sie damit ins Spannungsfeld von skulpturaler Malerei und erweitertem Experimentalfilm.

Die skulpturalen Arbeiten Herwig Weisers erinnern an experimentelle Versuchsanordnungen. Sie sind das Resultat von fokussiertem Arbeiten, unzähligen Tests und Fehlversuchen, werden aufwändig geplant und unter der Mitwirkung von TechnikerInnen und WissenschaftlerInnen realisiert. Die Skulpturen leben von einem stetig voranschreitenden Zersetzungs- und Transformationsprozess. In der Installationsreihe Lucid Phantom Messenger beispielsweise bildet sich durch elektro-chemische Materialprozesse ein dynamisch skulpturales Bild aus. Seine Struktur ergibt sich über eine Art architektonisches Raster, in dem sich verflüssigte Farbrohstoffe befinden, darunter verschiedenste Metalle und kristallisierte Substanzen sowie Materialien, die für die Filmentwicklung eingesetzt werden. Über Strom und Ultraschall werden sodann chemische Vorgänge ausgelöst, die sich wiederum über eine gewisse Zeitspanne hinweg entwickeln. Sie formen sich schließlich zu dreidimensionalen Strukturen aus, die in ihrer Formgebung mit organischen Gebilden vergleichbar sind und die sich in einer Art farbenprächtigem „Action Painting“ ausdrücken. Diese „analogen skulpturalen Prozesse“ sind zwar gesteuert, entwickeln aber eine Autopoiesis – sie folgen ihren eigenen stetig veränderlichen Mechanismen. Die Arbeit bezeichnet Weiser als „erweiterten Experimentalfilm“, denn die Transformation und Progression der Skulptur inhärenten Prozesse kann einer filmischen Narration gleichgesetzt werden.
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