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Everyday is good to celebrate - Tony Allen über Innsbruck 27.11.2009 Treibhaus

moleONLINE - Kritik

Das war ein richtig heißes Konzert: Tony Allen, Drum-Legende und Mastermind von Fela Kutis legendären Afrika `70 erstmals in Innsbruck.

Tony Allen, Jahrgang 1940, nigerianischer Schlagzeuger und Komponist, gilt als Pionier und Mitbegründer des Afrobeat, jenem ultrafunkigen und soullastigen Sound, den er in den 1970er Jahren gemeinsam mit Fela Kuti geprägt hat.
Tony Allen`s Schlagzeugstil erntete weltweit Begeisterung, so bezeichnete ihn etwa Brian Eno als "vielleicht weltbesten Drummer". Allen`s Art zu Spielen ist unglaublich komplex und ebenso entspannt: Er schüttelt einen polyrhythmischen Discobeat aus dem Ärmel und es klingt, als ob mehrere Drummer zugleich trommeln würden.
Tony Allen`s Afrobeat feierte in jüngster Vergangenheit ein Revival. Ab dem Jahre  2006 erschienen auf dem Liebhaber-Label Honest Jons eine Reihe von Remixen, auf denen unter anderem Techno-Größen, wie Carl Craig, Mark Ernestus und Moritz von Oswald, dem Meister Tribut zollen. Verwiesen wird auf die vielbeachtete Compilation "Lagos Shake: A Tony Allen Chop Up". Umtriebig war Allen seither auch im Popbereich, etwa gemeinsam mit Damon Albarn (Blur, Gorillaz) und Paul Simonon (The Clash) als Mitglied bei dem Bandprojekt "The Good, the Bad and  the Queen" oder beim Gastspiel auf dem Album "5:55" der Sängerin Charlotte Gainsbourg.

Der Liveauftritt der zehnköpfigen Band, neben Tony himself bestehend aus zwei Gitarristen, Basser, zwei Sängerinnen, Keyboarder und Bläsersektion, gestaltet sich zu einem Höhepunkt: Anfangs braucht es zwei oder drei Nummern, bis die Botschaft ankommt, doch dann kann niemand mehr im Saal ruhig auf den Beinen stehen: "Move your body, Afrobeat is for everybody".
Die Band serviert uns mit enormer Coolness eine schweißtreibende Mischung aus Funk, Soul und Jazz. Das Power-Ensemble lässt uns den Afrobeat spüren und schenkt uns diesen mächtig ein. Gespielt werden hauptsächlich die Tracks des aktuellen Albums "Secret Agent" - Bläser-Einsätze jagen durch den Raum und wir fühlen uns wirklich wie in einem Agentenfilm.
Auch die einzelnen Musiker sind großartig: Die Sängerinnen und der Saxophonist, der aussieht wie Shaft, der losgelöst slappende Bassist oder der fröhlich tanzende Gitarrist - alle ernten zu Recht Szenenapplaus.
Irgendwann ist dann leider doch auch der schönste Moment vorbei und die Vorstellung nähert sich dem Ende. Es folgt begeisterter Beifall, den die Band mit einer hochenergetischen Zugabe beantwortet. Die gute Nachricht: Tony Allen verspricht wiederzukommen.
 



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