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Kollektiver Wahnsinn mit THRONES, NADJA und OVO

moleONLINE - Kritik

Mit der THRONES, NADJA und OVO-Tour machte ein überaus interessantes Package am 23. April in der p.m.k in Innsbruck Halt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Im Bild: Joe Preston aka THRONES)

OVO aus Italien gelten nicht gerade als Klangästhetiker, sondern gehen, wie schon  zu früheren Zeiten in der p.m.k erlebt werden konnte, eher heftig zu Werke. Sado-Maso-Masken verhüllen die Gesichter der Beiden. Der Drummer steht wie ein Folterknecht hinter seinem auf drei Trommeln reduzierten Schlagzeug und die Gitarristin liefert rhythmischen Grunzgesang und zerstörerische Akkorde. OVO`s minimalistisch-avantgardistischer Slow-Motion Metal ist unterhaltsam und hat reichlich Energie, gleichzeitig ist das Gebotene aber auch etwas kurzlebig und nicht ungewollt eintönig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (Im Bild: OVO spielen miteinander)

NADJA, hochgepriesene Drone-Metal-Experimentalisten aus Kanada, entführten mit ihrer Show in ein Paralleluniversum. Unter der unüberschaubaren Vielzahl von Nadja-Plattenveröffentlichungen haben besonders die älteren Werke wie Touched oder Radiance of Shadows über Fankreise hinaus für Furore gesorgt. NADJA verknüpfen auf erfrischende Weise halsbrecherische Metal Riffs mit Ambient und Noise-Klängen, sodass am Ende nur ein Strom aus verschiedenen Stimmungen und Gefühlsregungen übrig bleibt.
Die zwei Bandmitglieder Aidan Baker und Leah Buckareff stehen vor einem Tisch voller Effektgeräte und beschallen die p.m.k mit einer Wall of Sound, die vor Energie strotzt, aber auch Schönheit verkörpert und unter die Haut geht. Jeder Ton wird fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrt oder geloopt. Das Publikum ist gefesselt und entzückt.


(Im Bild: NADJA lassen unsere Wahrnehmung verschwimmen)

THRONES ist Sludge-Messias Joe Preston solo auf der Bühne. Sein Bart und sein Antlitz werden in einem hellen Lichtkegel erfasst, in der Hand sein Instrument der Verführung - die Bassgitarre. Der fett groovende Rock von THRONES ist erstaunlich vielschichtig und erinnert vor allem an die MELVINS zu ihrer besten Phase, denen Joe Preston für kurze Zeit angehörte. Der Alleinunterhalter selbst fühlt sich in seiner Rolle sichtlich wohl und hat auch Sinn für Humor. Kurz gefasst: eine sehr sehenswerte Angelegenheit.
 



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