Geschrieben von: Ulrich Lobis
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Kritik
Der Inhalt von I LOVE YOU PHILLIP MORRIS ist im Groben schnell erzählt. Steven Russel, ein an und für sich braver Polizist und Familienvater, der eigentlich homosexuell ist und seine leibliche Mutter sucht, bricht nach einem Unfall mit seinem früheren Leben. Er beginnt, ein Leben in Saus und Braus zu führen, wobei er schnell die Erfahrung macht, dass ein solches Leben teuer ist. Hier beginnt nun der Klamauk. Als mehr oder weniger erfolgreicher Hochstapler finanziert sich Russel seinen neuen Stil, wobei er immer wieder ins Gefängnis kommt. Dort allerdings lernt er Phillip Morris kennen, in den er sich unsterblich verliebt. Mit Russels Bemühen, Morris aus dem Gefängnis zu bekommen, bzw. sich selbst daraus zu befreien, rutscht der Film immer mehr ins Komödienhafte, teilweise nahezu Groteske ab.
Das wirklich erstaunliche an I LOVE YOU PHILLIP MORRIS ist, dass die Handlung auf einer wahren Begebenheit beruht. Der im Film von Jim Carrey gespielte Steven Russell sitzt im Moment eine 144jährige Gefängnisstrafe in Texas ab. Der Film ist sehr schnell, das heißt, es kommt beim Zuschauer keine Langeweile auf. Ein Klamauk folgt auf den anderen, ein Clou wird vom nächsten übertroffen. Doch gerade in der Geschwindigkeit liegt auch das Manko des Films. Vor allem anfangs nehmen sich Glenn Ficarra und John Requa zuwenig Zeit, die Figuren zu entwickeln. Trotz seines, im Gesamten gesehen, angenehm lockeren Umgangs mit Themen wie Homosexualität, Gefängnis und auch AIDS bleibt der Film immer irgendwie oberflächlich. Es gibt auch noch die Möglichkeit, eine Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft herauszulesen. Allerdings braucht dies eine Portion guten Willen und genaues Hinsehen.
Wer sich auf einen heiteren und durchaus niveauvollen Filmabend mit flotten Dialogen freut, wird nicht enttäuscht. Auch die Besetzung mit Jim Carrey und Ewan McGregor tun das ihrige dazu. Alles in allem eine leichte Kost für den Sommer.
"I Love You Phillip Morris". Regie: Glenn Ficarra, John Requa. Mit Jim Carrey, Ewan McGregor u. a. USA 2009, 96 Min.